Angst

Aus Schicksals Nacht hält Angst das Leben wie ein ewiger Fluch in ihren Krallen, und eine Lebenswoge bricht in hohlem Stöhnen dumpf ins Schwere, die Welt wird wie in Totenland und alle Himmel fallen, von Gottes Odem wie beraubt, in eines Abgrunds bodenlose Leere.

Von schwarzer Schattenluft erdrückt, wird deines Herzens Horizont nur dumpfer Kerker sein und alle Hoffnung, Mut und Helle ringen wie gebückt, um dich aus einem Würgegriff aus gelbstgesetzten Fesseln zu befrein.

Begreif, o Mensch, dass deine Angst nur stummes Zerrbild ist, die eine Welt aus Rohheit, Zorn und Grauen in dir geschunden widerspiegelt, denn du musst werden, der du aus deinem Gleichgewichte bist, zu Gottes Ebenbild erschaffen, mit seinem Hauch besiegelt.

Aus eingesenktem Götterfunken flammt dir Erkenntnis einen tiefen Sinn: – Du kannst dich selbst besiegen – Und wie ein Glanz aus aller Schöpfung glüht, wird dir ein inneres Licht entbrennen, denn erst aus eigenem Erwachen wirst du erschaffen und dich selbst erkennen, und deine Seele – mitschwingend – wird, wie auferblüht, aus ihren Wunden gehn und zu den Sternen fliegen.

Nur der geheimnisvolle Strom aus den Tiefen des menschlichen Herzens vermag im Ringen Verwandlung – Lösung von der Angst – zu bewirken, das die Seele wie ein Wunderzeichen begreift.