Aus Dunklem

In unserer Seele schwingen Träume, wie Wunden, die nach innen bluten, als steige aus geheimem Quell, der uns verborgen, ein Rätselhaftes, gespeist aus ungeweinten Tränen, die nicht erkennen und nur schweigend überfluten.

Traum, du unseres Wesens dunkle Nacht, aus welchen schwankenden Gestalten innerer Bilder ist Wille, ist Wissendes gemacht?

Dieses Gedicht ist gewissermaßen eine „tiefenpsychologische Studie“, die die Frage aufwirft: Gibt es einen freien Willen, welche Fakten bestimmen Wissendes? Klaus Mann hat es in seinem Buch „Wendepunkt“ so ausgedrückt: „Wir sind tiefer verwurzelt, als unser Bewusstsein es wahrhaben will. Niemand, nichts ist zusammenhanglos. Atavistische Tabus und verhängnisvolle Impulse früherer Generationen bleiben in uns lebendig, unsere Herzen tragen die Last vergessenen Kummers und vergangener Qual“. Mein Gedicht will sagen, dass derartige „Erfahrungen“ unsere Gedanken und Handlungen beeinflussen – wo liegen die Quellen, die unser Wesen, unseren Willen, unser Bewusstsein formen?