Bezwungen

Das Eine im Untergang hebt dich, drängt, ist Sehnsucht. Ahnung ist ein Schauen in Dinge, die Lieder im Dunkelsein wiegen. Bilder aus Stille, in Weite geflossen, nicht mehr das gleiche, nur Durchgehen zu Tiefe, die Dasein umschließt und aus Ursprung übersteigt.
Das „Eine“ ist das immer Gewesene und immer Bleibende – der ewig beseelende Weltenatem. Er ist es, der dich „hebt“ und als Sehnsucht der Rückkehr in das Ur-Eine in dir spürbar wird. Diese Ahnung des göttlich Wirkenden in der Natur – und der Mensch ist Teil der Natur – ist damit auch in dir, jedoch wie etwas Unbestimmtes, zwar in Dunkelsein gehüllt, aber durch die Assoziation des Wortes „Lieder“ in die Atmosphäre des Vertrauten, Verstehbaren und Guten gehoben, denn wo Lieder ertönen, ist Freude und Geborgenheit, die durch das Wort „wiegen“ noch verstärkt werden, gleichsam an den Frieden in der Geborgenheit des Mutterschoßes gemahnen. Diese Bilder, die in der Stille sind – denn Friede ist auch Ruhe, Ruhe vor deiner eigenen Unrast, vor Unbill durch andere und durch die Welt – diese Bilder aber erleben dennoch eine Verwandlung in einen geweiteten, höheren Zustand; das Hineingleiten, Hinübergehen ist nicht mehr das gleiche wie in den Zustand irdischer Ruhe und irdischen Friedens, es ist ein Hineinfließen in die Tiefe, in den Urgrund zurück, der die letzte und größte Geborgenheit ist, eine Tiefe, die aus dem schöpferischen, alles Sein und Dasein beseelenden, göttlichen Geheimnis kommt, Ursprung ist, Menschendasein übersteigend, es in das immer Bleibende zurücknimmt.