Gesang der Engel
I
nicht die hohe Sehnsucht ihres Dialoges mit Gott!
Gesang mit der Ewigkeit!
Einer Ewigkeit, die uns so weltenfern entgegen schweigt!
Doch so reich ist das Dasein, ist mein Leben.
Ich möchte mit den Engeln schweben!
II
– Engel-Lieder – lichtdurchwoben.
Sie gehen empor bis zum Leuchten der Sterne
– gross und wunderbar vor der Zeit –
im Erlauschen einer Unvergänglichkeit.
III
singt ihre silber-weiße Stille nicht auch tief in mir,
leise flüsternd wie ein Abendwind,
weil wir im Tiefsten immer Sehnsucht sind!
So sternenweit wie eines Engels Lied,
vor denen keine Zeit verrinnt.
IV
ist die schwingende Resonanz ihrer Saiten
im erklingenden Ensemble einer Schönheit des Alls.
V
atme ich den Duft ihres Klanges.
Sie fallen in mich hinein, diese Töne!
Kehren Sie nicht leise aus meinem Fühlen zurück
in das Ewig-Schöne!
VI
vor dem meine Seele erbebt,
weil seine Schönheit, herrlich wie am ersten Schöpfungsmorgen,
aus dem ewigen „Es werde“ lebt!
VII
tönt sie nicht herrlich auf in Allem,
in meinem Herzen, in den Wipfeln der Bäume,
in den Blumen der Zukunft,
in den aufsteigenden Fontänen des Glückes!
VIII
eurer sternenweiten Freude, die Sehnsucht mehr zu sein,
so wie die Saiten auf eurer Harfe von ewiger Liebe tönen!
IX
im leisen Zauberton, im frommen Blumenlied, in stillem Waldesklang,
es ist ein Engel Gottes, der es sang!
X
Wie ein grosses Gebet, das sich in seiner Reife erst vollendet,
wenn es durch meine Seele geht?
XI
erfasse nicht, was in des Himmels Herrlichkeit geschieht,
doch will sich meine Seele nicht immer wieder bis ins Grenzenlose heben,
so wunderhaft berührt von eines Engels Lied!
XII
so schimmerweiß um meinen Glauben,
du bist der Glanz darin,
als ob das Göttliche in seinem Leuchten sagen will:
Ich bin!
XIII
still in die Weite gehen,
wenn leise Töne eines Engels in der Sanftheit seines Weltenliedes
über einen Abendfrieden wehen.
Und du fühlst leuchtender den Sternenhimmel über dir!
XIV
das voll Vertrauen in die wirkende Natur, in das Blühende und Schöne ist,
wenn du begreifst, dass du im Tiefsten ihresgleichen bist.
Ein Engel spielt sein Lied – zart wie ein Blütentreiben – auch in dir!
Tief innen bist du nicht nur Ich,
du bist aus allem Anfang auch ein Wir!
Das ewig Wandelnde im Bleibenden drückt sich darin aus
bis in den Tod und über ihn hinaus!
XV
ganz leise mich zu ihm erheben,
dass die Saiten meiner Seele immer heller schwingen
im widerklingenden Erbeben,
so erhaben, weit und schön wie ein Gebet
empor bis zu den Sternen geht!
XVI
dass es die ganze Welt umfasse,
wenn ich vor Gott bis in den Tod bekenn’:
„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“!
XVII
als wäre sie – ewigen Sphärenklängen gleich – daraus entstiegen.
Ein Glockenton war noch darin, der unsere Welt verschönt,
ein leisester, der immer weiter tönt!
XVIII
den ein Auserwählter – wie ein Engel – tief aus seiner Seele sang,
wenn er uns bis zu der „Engel Ordnungen“ erhebt
in einem ewigen „Glockenblumenklang“!
XIX
aus einem Maß, das uns ein Höchstes offenbart, wenn es geschieht!
So ist in seinem Ursprung alles, was uns eine Schöpfung gibt,
aus Größerem erstanden, ersehnt, geweiht, geliebt!
XX
Ihr Engel umhüllt ihn – wie ein Silberstrahl – aus eurem heiligen Glanz!