Giraffe

Sanftäugiges Geschöpf, unschuldig, erwacht aus Paradieses lichtdurchtränktem Lande, deine Blicke schweifen unbegrenzt, der Weite zugeflossen, in Ferngeschautes, das kein anderer Sterblicher erreicht.

Ganz Bild, das Haupt geneigt in lauschender Gebärde, nimmst du wie regungslos die Wellen zaubervoller Laute tief in deine Brust, und deine Nüstern beben leicht.

Dorthin, wo unter Bäumen einer heißen Sonne Glut, ein süßerer Duft von ausgespanntem Himmel, Gras und Freiheit ist, trägt dich ein Traum – vergessener Wohlgerüche Wogen – fleht wie Erinnerung, die alles Gold von Licht und Farbe trinkt, und steht im Herzen, unbegrenzt und stumm, das nicht vergisst.

Ein Tiergedicht, das sagen möchte, Gott habe auch den Tieren ein Herz gegeben.