Griechische Mappe

Platonische AkademieSieben Philosophen

Von den Denkern der Antike
haben wir des Geistes Licht erfahren,
das Gleichnis,
dass der Schein vom Sein sich löst.
Der Geist hat immer recht,
so war es schon vor tausenden von Jahren,
wenn er, ins Ewige versunken,
auf das Wahre stößt.
Und sollten ihre Weisheit wir vergessen,
als hätten wir sie nie gekannt,
so strahlet doch ihr Licht
wenn uns – vermessen –
allein der Zauber einer Technik bannt.
Die Welt voll Mythe und Gedanken
ist heute nur in andere Form gestellt,
jedoch die Weisheit und das Schöne
– sie sind göttlich
und wie ein Glanz,
der auf die Erde fällt.

 


Gedanken zum Griechischen Tempel

Es ist, als wehe durch des Tempels hochgewölbten Bogen
und aus dem Geist, der ihn geschaffen, noch ein Hauch,
als habe ihn antike Götterhand ins Licht gehoben
und in die Form des ewig Schönen auch.

 


Athen

Wie ein strahlend schöner Hymnus
war: ATHEN!
Majestätisch in das Licht erhoben,
Ausdruck einer Weltidee!

 


Aphroditegenannt: „Venus von Milo“

Als hätten sich der Marmor und die Schönheit
– einig im Triump –
einander strahlend zugesellt.
Wie dunkel wäre unser Sein,
wenn nicht die Kunst
es in das Licht der Schönheit stellt.
Der Proportionen edle Harmonie
sind wie ein Klang
in einer schönen Melodie.

 


Schale des Exekias

Von trunkener Lust erfüllt
– so segelte Dionysos, der Göttliche,
durch blaue Meere –
und wie die Reben,
die er leicht am Stamme hält,
hat sich ganz spielerisch ihm zugesellt
zum Gruße der Delphine Heere.

 
 
 
 


Torso

Die Kunst der Griechen,
die den Marmor ein gestaltet,
steht unvergänglich vor der Zeit!
Fand nicht die Sehnsucht nach dem Schönen
in diesem Bildwerk Ewigkeit?

 


Weihetafel aus Eleusis (460 v. Chr.)

Nachtrag Handschrift

 


Aphaiatempel von Aegina

Säulen von strömendem Licht unendlich umfangen,
wenn zu Gestalt wird unsterblich geformter Gedanke.
Aufgang aus Dasein in stets verändertem Schicksal,
selbst aus verdunkeltem Ton noch entströmende Harmonien.
Gipfel im Schaffen als unermessliche Spur
in gestaltendem Leben,
wo sich Marmor und Schönheit verbindet
in Steine gesenkter Geist
aus steigender Kraft und Schweben.


Wohnsitz von Göttern
wo All durch Andrang des Herzens
wie reinstes Geheimnis berührt,
noch aus unerschöpflichem Hauche,
aus drängender Fülle der Seele
eines Genius Lächeln erspürt.


Gedanke und Wahrheit
lebt aus der großen, volleren Zeit verströmend noch fort,
aus Geist, der sich Freiheit schuf.
Göttlichen Ursprungs und grenzenlos war einst der Ort.


 
 
 
 
 


„Wir tragen die Trümmer
ins Nicht hinüber
und klagen über das
verlorene Schöne.“

 


Hermes – Ephebe

Worin liegt das Geheimnis solcher Schönheit,
die uns – so unvergleichlich –
diese Statue zeigt?
Ist es der Glanz,
der sich in deiner Seele widerspiegelt,
weil uns vielleicht ein Gott
die Stirn entgegenneigt!