Sinken und steigen

Der Reiche ist der stumpfe Erdgeborene,
in dessen Herzen nur die Leere geht
mit dumpfen, tiefen Schritten,
der Liebende ist der Erkorene,
in dessen Seele goldene Welten strömen,
als neigte sich der Himmel aus erhörten Bitten.


Wer eingehöhlt, wie selbst sich würgend,
nur dem Mammon lebt,
stirbt wie gesättigt von Verdorbenem
schon im Leben allen Tod,
dem, der aus ewiger Fülle Liebe trinkt,
die wie aus Sternen weht,
strömt alles Licht in seinen Augen,
nachtüberflutend wie das Morgenrot.


Mit schwarzer Last beladen,
werden Hände im Zusammenraffen hart und einsam,
und schreckliche Gesänge tönen im Verborgenen
wie aus Gruft,
aus Augenhöhlen gähnen längst erstorbene Blicke
unbeugsam,
die jungem Leben aller Schöpfungsfreude Segen raubt
und ihren Lebensduft.


Zwei Welten sind wie wechselnde Gestlalten
in menschliches Erschaffen eingegossen,
in denen Seele ihr Erbeben sucht,
doch wer ihr zartes Wehen sterben lässt
wie einen Blütenkelch und aller Liebe flucht,
dem bleibt die Schöpferhand
des Allerfassenden verschlossen.


Das „Jedermann“-Thema.