Studie zu Don Juan

Wie hält ein Gott des Elementes Schäumen auf, das wie ein Wirbeltanz der Lust aus Liebesdrange bricht und aus sich selbst erglüht, als ob ein Blitz aus Zügellosigkeit entflammte, der sich aus Inbrunst schwellend nährt und nie verglüht.

Taumelnd in Feuers Wogen, die ein Dämon nur gegeben, berauschet seines Herzens Drängen wie betörender Gesang, aus seinem Glanze strahlet nur Verführung, seiner Jugend Kraft und Schönheit ist Erbeben, doch vollgesogen nur aus eigenem Lebensbrausen, wird er kein Liebender, denn er ist Nachtgebannter, der unermüdlich sich verschwendet in tausendfaches Spiel und Irreführung.

Gefangener seines ewigen Begehrens, sucht er sein Paradies nur im Genusse und spiegelt nur aus leeren Händen, was er anzubeten scheint, doch nicht besitzet: Liebe! Als Eingeweihter in die Künste allen Schmeichelns und Verehrens, ist er verwoben doch dem Wirbel seines Lebens nur und seinem Drange, zu erglühen in allmächtiger Umarmung immer neuer Siege.

Er lacht der Schönheit Segen zu, die schöner noch aus seinem Atem blüht, die sich ihm schmiegt, von seinem Blick verzaubert, und die er, wie aus Morgenglanz, in seinen Himmel zieht, doch dann verstösst, weil seine Lust nur flüchtig ist und ruhelos sich selbst entzaubert.

Ach, wenn aus göttergleicher Jugendkraft und allem Pochen eines kühnen Blickes Natur sich selbst in einem Götterbild verklärt, enthüllet ein verschwiegener Wille, der durch Wesenhaftes geht, dass sich die Welt aus allem, was sich ihr entringet, Geist oder Sinnlichkeit erfährt.

Don Juan, der letztlich der Verlierer ist, der zwar in höchster Potenz das Prinzip der Sinnlichkeit verkörpert und wie diese von dämonischer Kraft ist, aber nicht die Fähigkeit besitzt, Liebe zu verwirklichen. Die Welt jedoch erfährt sich selbst durch alle ihre Erscheinungsweisen, d.h. auch durch die Sinnlichkeit.