Studie zu Tristan

Vergiss das Lied des Tages, es ist nicht Schicksal, Namenloses nur, wie matte Bilder fortgetragen und schon zerflossen, ehe es empfängt.

Der Nacht nur lass uns angehören, von ihrem Liebeshauch durchweht, der unbegrenzt und feierlich aus seinem Sinn verschenkt, vom Sein sich lösend, fernen Räumen anverwandt. verschwenderisch in Weltenatems Strom versenkt.

Und Schweigen, ganz verwoben nur in Seligkeit, ist Übersteigen von Gestirnen, entsprungen einer Wiederkehr aus Glut, die im Vergehen noch verwandelt, im Liebesatem endlos ineinandernimmt zu Dauerndem, im Vorgefühle reinsten Wesens über aufgelöster Zeit.

Es ist die Idee der Liebe, die emporwächst, als ob sie einer neuen Schöpfung entströme – wie die Natur, die klingt und stürmt – der Rausch, das Außersichsein verewigt sich in einem uns unbekannten Lande, in dem Einbildung, Erschautes, Wirklichkeit in eins zusammenfallen im Bilde „reinsten Wesens über aufgelöster Zeit“.