TräumereiOder
Wie betend heb ich mein Gesicht

Ach könnte ich die Sterne fassen und ewig jung im Frühling sein, auf Stufen von Unendlichkeiten schreiten in einer ersten Morgenröte Schein.

Doch plötzlich spürte ich, dass du mir näher bist – aus grenzenloser Gegenwart und Not – du Furchtgewaltiger, du schwarzer, fremder Tod! Du schwankend riesige Gestalt in meinem Traume, die in allem, Glück und Elend, unermesslich wirkt und webt und leise – ach so unerbittlich auch – im Rauschen meines Blutes lebt! Doch vorher – wie aus tiefsten Traumes Flehen – Lass mich werden, lieben, reifen! Dann mag das Schwindende – die Todesstunde – nach mir greifen!

Das ekstatische Aufschwingen im Jubeltraum der Schöpfung ermattet im Bewusstsein einer Unerbittlichkeit des Todes, doch die Schönheit und Einzigartigkeit der Schöpfung, lässt in Menschen den Willen entstehen, wie sie zu „werden, zu reifen“ und in der Liebe ihr Mysterium zu erfassen, und wenn der Mensch diese Stufe aus der Kraft seines Herzens erreicht hat, dann „mag die Todesstunde nach ihm greifen“.